Überweisung zum Facharzt: Wann nötig, wann nicht?

Kurzantwort: In Deutschland gilt grundsätzlich die freie Arztwahl: Eine Überweisung ist gesetzlich nur für wenige hochspezialisierte Fachgebiete wie Radiologie oder Nuklearmedizin vorgeschrieben. Augenärzte, Gynäkologen, Zahnärzte und Kinderärzte sind ohnehin direkt erreichbar. Mit Überweisung und Vermittlungscode garantiert die Terminservicestelle 116 117 einen Facharzttermin binnen vier Wochen.

Fristen der Terminservicestelle 116 117 im Überblick (Stand: September 2026)

Situation Gesetzlicher Frist-Rahmen Was Sie brauchen
Facharzttermin, Standardfall TSS vermittelt binnen 1 Woche einen Termin; die Wartezeit bis zum Termin darf 4 Wochen nicht überschreiten Überweisung mit Vermittlungscode
Augenarzt oder Frauenarzt Gleicher Rahmen: binnen 1 Woche vermittelt, Termin höchstens 4 Wochen entfernt Keine Überweisung nötig
Radiologischer Behandlungstermin Wartezeit darf 3 Wochen nicht überschreiten Überweisung ist hier Pflicht
Psychotherapeutische Sprechstunde (Erstgespräch) Wartezeit darf 4 Wochen nicht überschreiten Keine Überweisung nötig
Psychotherapeutische Akutbehandlung Wartezeit darf 2 Wochen nicht überschreiten Keine Überweisung, aber vorherige Ersteinschätzung
Akutfall über die strukturierte Ersteinschätzung der 116 117 Ziel ist die unmittelbare ärztliche Versorgung; einzelne Kassenärztliche Vereinigungen setzen dafür intern eine 24-Stunden-Zielvorgabe an Weder Überweisung noch Code, nur Anruf oder Online-Anfrage bei 116 117

Hinweis: Der Vermittlungscode auf der Überweisung beschleunigt die Buchung über 116 117, verkürzt die gesetzliche Vier-Wochen-Frist selbst aber nicht auf 24 Stunden. Diese kürzere Zielvorgabe gilt nur für echte Akutfälle ohne jede Überweisung.

Checkliste: So bekommen Sie schneller einen Facharzttermin

  • ☐ Fragen Sie Ihre Hausarztpraxis aktiv nach einem Vermittlungscode auf der Überweisung, sonst funktioniert die Buchung über 116 117 nicht.
  • ☐ Prüfen Sie vorher, ob Ihr Fachgebiet überhaupt eine Überweisung braucht: Pflicht ist sie nur bei Labormedizin, Mikrobiologie, Nuklearmedizin, Pathologie, Radiologie, Strahlentherapie und Transfusionsmedizin.
  • ☐ Bei Augen- oder Frauenarztterminen direkt in der Praxis oder über 116 117 anrufen, eine Überweisung ist hier nie notwendig.
  • ☐ Nutzen Sie neben dem Telefon auch das Online-Portal unter 116117.de, dort sind oft zusätzliche Termine sichtbar.
  • ☐ Fragen Sie in der Facharztpraxis gezielt nach kurzfristig freigewordenen Terminen oder einer Warteliste.
  • ☐ Bewahren Sie eine bestehende Überweisung auf, statt automatisch eine neue zu verlangen: Sie bleibt für die gesamte Behandlungsdauer gültig, wenn die Behandlung im Ausstellungsquartal oder dem Folgequartal beginnt.
  • ☐ Bei akuter psychischer Belastung direkt die psychotherapeutische Sprechstunde kontaktieren, dafür ist keine Überweisung nötig.
  • ☐ Bei einem echten Akutfall die 116 117 auch außerhalb der Terminvermittlung nutzen, die strukturierte Ersteinschätzung leitet Sie direkt in die passende Versorgungsebene.

Häufige Fragen

Welche Fachärzte kann ich direkt ohne Überweisung aufsuchen?

Grundsätzlich gilt freie Arztwahl: Eine Überweisung ist gesetzlich nur bei wenigen hochspezialisierten Fachgebieten vorgeschrieben, etwa Radiologie, Nuklearmedizin oder Labormedizin. Augenärzte, Frauenärzte, Zahnärzte und Kinderärzte gehören zu den klassischen Direktzugangs-Fachrichtungen und sind praktisch nie an eine Überweisung gebunden.

Wie lange ist eine Überweisung gültig?

Anders als oft angenommen endet eine Überweisung nicht automatisch mit dem Quartal ihrer Ausstellung. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung bleibt sie für die gesamte Behandlungsdauer gültig, solange die Behandlung im Ausstellungsquartal oder im direkt folgenden Quartal beginnt. Erst bei deutlich späterem Behandlungsbeginn wird ein neuer Schein nötig.

Was ist der Vermittlungscode und wie bekomme ich ihn?

Der Vermittlungscode (umgangssprachlich auch "Dringlichkeitscode" genannt) ist ein zwölfstelliger alphanumerischer Code, den Haus- oder Fachärzte auf die Überweisung drucken. Er berechtigt zur Terminbuchung über 116 117 oder das Online-Portal und sichert die gesetzliche Vier-Wochen-Frist. Ein pauschales Versprechen auf einen Termin binnen 24 Stunden ist damit aber nicht verbunden, das gilt nur für echte Akutfälle.

Muss ich erst zum Hausarzt, bevor ich zum Facharzt gehen darf?

Rechtlich nicht: Die freie Arztwahl erlaubt grundsätzlich den direkten Weg zum Facharzt. Eine Ausnahme sind Versicherte, die sich freiwillig für ein hausarztzentriertes Versorgungsmodell entschieden haben. Für 2028 ist ein verpflichtendes Primärarztsystem geplant, Stand September 2026 liegt dazu aber noch nicht einmal ein Gesetzentwurf vor.

Was passiert, wenn ich ohne Überweisung zum Facharzt gehe?

Bei den meisten Facharztgruppen ändert sich nichts, da freie Arztwahl gilt. Nur bei den wenigen gesetzlich definierten Überweisungsfächern wie Radiologie, Nuklearmedizin oder Labormedizin kann die Praxis die Leistung ohne Überweisungsschein nicht regulär über die Krankenkasse abrechnen und bittet dann um Nachreichung.

Quellen: § 75 SGB V, gesetze-im-internet.de · § 76 SGB V, gesetze-im-internet.de · KBV PraxisInfo Überweisungen, 03/2025 · 116117.de, Psychotherapie

Brauchen Sie überhaupt eine Überweisung?

Überweisung zum Facharzt: Wann nötig, wann nicht?

Hand aufs Herz: Haben Sie sich auch schon mal gefragt, ob Sie wirklich erst zum Hausarzt müssen, bevor Sie zum Spezialisten dürfen? Diese Frage stellen sich Millionen gesetzlich Versicherte in Deutschland — und die Antwort ist weniger eindeutig, als man denkt.

Grundsätzlich gilt in Deutschland die freie Arztwahl. Das bedeutet: Sie dürfen Fachärzte direkt aufsuchen, ganz ohne Überweisung — ausgenommen sind einige hochspezialisierte Fächer wie Radiologie, Nuklearmedizin oder Labormedizin, für die der Gesetzgeber eine Überweisung verlangt. So weit die Theorie. Die Praxis sieht allerdings anders aus. Viele Facharztpraxen vergeben Termine bevorzugt — oder ausschließlich — an Patienten, die eine Überweisung mitbringen. Und das hat handfeste Gründe.

Für den Facharzt ist die Überweisung nämlich mehr als ein bürokratisches Stück Papier. Sie enthält eine Verdachtsdiagnose, relevante Vorbefunde und oft auch konkrete Fragestellungen. Der Kardiologe weiß dann schon vor dem Termin: Hier kommt jemand mit auffälligem EKG, nicht jemand, der "mal schauen lassen" will. Das spart der Praxis Zeit — und Ihnen möglicherweise unnötige Untersuchungen.

Welche Fachärzte können Sie ohne Überweisung aufsuchen?

Für bestimmte Fachrichtungen brauchen Sie tatsächlich nie eine Überweisung. Das Gesetz sieht hier klare Ausnahmen vor:

Augenärzte stehen Ihnen jederzeit ohne Überweisung offen. Die jährliche Kontrolle beim Ophthalmologen, die Messung des Augeninnendrucks, die Anpassung der Brille — für all das gehen Sie einfach direkt hin. Angesichts der Tatsache, dass Augenerkrankungen wie Glaukom schleichend verlaufen und frühe Erkennung entscheidend ist, macht diese Regelung auch medizinisch absolut Sinn.

Gynäkologen und Gynäkologinnen können Frauen ebenfalls direkt aufsuchen. Das betrifft nicht nur die Vorsorge, sondern alle gynäkologischen Anliegen. Schwangerschaftsbetreuung, Krebsvorsorge, Hormonberatung — der Weg über den Hausarzt wäre hier schlicht unnötig und würde die Versorgung nur verzögern.

Zahnärzte sind ohnehin ein eigener Kosmos im deutschen Gesundheitssystem. Niemand braucht eine Überweisung zum Zahnarzt. Was allerdings viele nicht wissen: Für einen Kieferorthopäden oder einen Oralchirurgen kann eine Überweisung vom Zahnarzt sinnvoll sein, auch wenn sie formal nicht immer vorgeschrieben ist.

Kinderärzte funktionieren als Fachärzte mit Hausarztfunktion. Eltern brauchen keine Überweisung, um ihr Kind beim Pädiater vorzustellen. U-Untersuchungen, Impfungen, akute Erkrankungen — alles direkt.

Auch Notaufnahmen und der ärztliche Bereitschaftsdienst (116117) verlangen naturgemäß keine Überweisung. Wer nachts Brustschmerzen hat, fragt nicht erst den Hausarzt um Erlaubnis.

Wann macht eine Überweisung trotzdem Sinn — auch wenn Sie keine brauchen?

Hier wird es spannend. Denn selbst wenn Sie rechtlich keine Überweisung benötigen, kann sie Ihnen handfeste Vorteile bringen.

Schnellere Termine. Praxen, die zwischen Patienten mit und ohne Überweisung unterscheiden, geben Überweisungspatienten oft den Vorzug. Ein Orthopäde in München hat mir das mal so erklärt: "Wenn ich 40 Anfragen pro Tag habe und nur 20 Plätze, nehme ich erst mal die mit Überweisung. Die kommen mit einem klaren Auftrag."

Gezieltere Behandlung. Der Facharzt kennt durch die Überweisung schon Ihre Vorgeschichte. Laborwerte, bildgebende Befunde, bisherige Therapieversuche — all das kann der Hausarzt auf der Überweisung oder im Arztbrief vermerken. Sie sparen sich die komplette Anamnese von Null.

Keine Praxisgebühr-Problematik. Die Praxisgebühr wurde 2013 zwar abgeschafft. Aber für bestimmte Leistungen prüfen Kassen durchaus, ob eine Überweisung vorlag. Bei Laboruntersuchungen, die der Facharzt anordnet, kann eine fehlende Überweisung theoretisch zu Rückfragen führen.

Der Vermittlungscode: Ihr Turbo für den Facharzttermin

Überweisung zum Facharzt: Wann nötig, wann nicht? - illustration

Kennen Sie den Vermittlungscode (umgangssprachlich auch "Dringlichkeitscode" genannt)? Falls nicht, merken Sie sich diesen Begriff — er könnte Ihnen Wochen des Wartens ersparen.

Seit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) von 2019 können Hausärzte auf der Überweisung einen zwölfstelligen alphanumerischen Vermittlungscode vergeben. Dieser Code signalisiert der Terminservicestelle (116117), wie dringend Ihr Fall ist. Ohne diesen Code lässt sich über die 116 117 überhaupt kein Facharzttermin buchen; mit ihm greift die gesetzliche Vermittlungsfrist von höchstens vier Wochen.

Das Problem: Nicht jeder Hausarzt vergibt diesen Code proaktiv. Manche kennen ihn nicht einmal, obwohl er seit Jahren existiert. Andere vergeben ihn zurückhaltend, weil sie Missbrauch befürchten. Was also tun?

Fragen Sie direkt danach. Sagen Sie Ihrem Hausarzt konkret: "Ich habe gelesen, dass es einen Vermittlungscode gibt, der mir einen schnelleren Facharzttermin über die 116117 ermöglicht. Halten Sie meinen Fall für dringend genug?" Wenn der Arzt Ihre Symptome ernst nimmt — und das sollte er bei einem berechtigten Anliegen —, wird er den Code in der Regel vergeben.

Ein weit verbreiteter Irrtum gehört an dieser Stelle ausgeräumt: Der Vermittlungscode beschleunigt die Buchung, er verkürzt die gesetzliche Vierwochenfrist aber nicht auf 24 Stunden. Wer wirklich akut erkrankt ist, ruft die 116 117 direkt an — die strukturierte Ersteinschätzung dort funktioniert ganz ohne Überweisung und ohne Code.

Wie lange ist eine Überweisung gültig?

Eine Frage, die erstaunlich viele Patienten beschäftigt — und bei der selbst manche Praxen unsicher sind.

Die Antwort überrascht viele: Eine Überweisung ist quartalsübergreifend gültig. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung bleibt sie für die gesamte Behandlungsdauer wirksam, sofern die Behandlung im Ausstellungsquartal oder im direkt folgenden Quartal beginnt — auch dann, wenn sich die Behandlung anschließend über mehrere Quartale zieht.

Was passiert, wenn Sie im Februar eine Überweisung bekommen, der erste Termin aber erst im Juli liegt? Dann beginnt die Behandlung weder im Ausstellungs- noch im Folgequartal, und Sie brauchen tatsächlich einen neuen Schein. Genau diese Konstellation beschreibt die KBV in ihrer PraxisInfo als Ausnahme — nicht den Quartalswechsel an sich.

Ein Sonderfall: Dauerüberweisungen. Bei chronischen Erkrankungen kann Ihr Hausarzt eine Überweisung für mehrere Quartale ausstellen. Wenn Sie etwa regelmäßig zum Endokrinologen müssen, weil Sie Diabetiker sind, spart das allen Beteiligten Bürokratie.

Was passiert, wenn Sie ohne Überweisung zum Facharzt gehen?

Kurze Antwort: Es passiert nichts Schlimmes. Sie werden nicht abgewiesen (jedenfalls nicht aus rechtlichen Gründen), und Ihre Krankenkasse wird die Behandlung trotzdem bezahlen.

Aber — und das ist das entscheidende Aber — die Praxis kann Sie bei der Terminvergabe anders behandeln. Manche Neurologen oder Gastroenterologen nehmen nur Patienten mit Überweisung an, zumindest als Neupatienten. Das ist ihr gutes Recht, denn es gibt keine gesetzliche Pflicht, jeden Patienten zu akzeptieren (solange kein Notfall vorliegt).

In der Praxis bedeutet das: Rufen Sie vorher an und fragen Sie, ob eine Überweisung benötigt wird. Das erspart Ihnen den ärgerlichen Moment, wenn Sie in der Praxis stehen und gesagt bekommen: "Ohne Überweisung können wir leider keinen Termin vergeben."

Besonders bei spezialisierten Untersuchungen wie einem MRT beim Radiologen oder einer Gastroskopie ist eine Überweisung faktisch immer nötig. Nicht weil es das Gesetz so strikt vorschreibt, sondern weil die Kasse die Kosten ohne Überweisungsbegründung möglicherweise nicht übernimmt.

Überweisungsarten: Welche gibt es?

Überweisung ist nicht gleich Überweisung. Es gibt verschiedene Arten, und je nach Situation ist eine andere angebracht:

Die Überweisung zur Mitbehandlung ist der Klassiker. Ihr Hausarzt schickt Sie zum Facharzt, damit dieser eine bestimmte Abklärung oder Behandlung durchführt. Nach der Behandlung geht der Befund zurück an den Hausarzt, der die weitere Versorgung koordiniert.

Die Überweisung zur Weiterbehandlung übergibt die Verantwortung komplett an den Facharzt. Das passiert zum Beispiel, wenn ein Onkologe die Krebsbehandlung übernimmt oder ein Psychiater die medikamentöse Einstellung einer psychischen Erkrankung.

Die Auftragsüberweisung ist die gezielteste Form. Der Hausarzt gibt dem Facharzt einen konkreten Auftrag: "Bitte einmal Schilddrüsen-Sono" oder "Lungenfunktionstest erbeten". Der Facharzt führt genau das durch — nicht mehr und nicht weniger.

Die Überweisung zur labormedizinischen Untersuchung betrifft Blutuntersuchungen, die der Hausarzt nicht selbst durchführen kann oder will. Hier geht es weniger um einen Arztkontakt als um die Laborleistung selbst.

Überweisungen und die Terminservicestelle 116117

Die Terminservicestelle 116117 ist eng mit dem Überweisungssystem verknüpft. Wenn Sie über die 116117 einen Facharzttermin vermittelt bekommen möchten, brauchen Sie in den meisten Fällen eine Überweisung. Die Ausnahmen kennen Sie bereits: Augenärzte, Gynäkologen und Kinderärzte.

Was viele nicht wissen: Die Terminservicestelle kann auch Termine bei Psychotherapeuten vermitteln — ebenfalls ohne Überweisung. Angesichts der oft monatelangen Wartezeiten in der Psychotherapie ist das eine wichtige Information.

Wenn Sie die 116117 nutzen wollen, halten Sie Ihre Überweisung bereit. Idealerweise eine mit Vermittlungscode, denn dann rückt Ihr Fall in der Priorität nach oben. Die Terminservicestelle muss Ihnen binnen einer Woche einen Termin nennen, und die Wartezeit bis zu diesem Termin darf vier Wochen nicht überschreiten (§ 75 Abs. 1a SGB V). Für radiologische Behandlungstermine gilt eine Grenze von drei Wochen.

Die Facharzt-Wartezeit zu verkürzen gelingt also am besten, wenn Sie die Überweisung strategisch einsetzen: rechtzeitig holen, Vermittlungscode erfragen, und dann über mehrere Kanäle parallel — Terminservicestelle, direkte Praxisanrufe, Online-Portale — nach einem Termin suchen.

Häufig gestellte Fragen

Kann mein Hausarzt mir eine Überweisung verweigern?

Theoretisch ja — wenn er der Meinung ist, dass eine Facharztvorstellung medizinisch nicht notwendig ist. Allerdings haben Sie das Recht auf eine ärztliche Zweitmeinung. Wenn Ihr Hausarzt sich weigert und Sie mit seiner Einschätzung nicht einverstanden sind, können Sie einen anderen Hausarzt aufsuchen und dort um eine Überweisung bitten. Oder Sie gehen direkt zum Facharzt — ohne Überweisung, mit den oben genannten Einschränkungen bei der Terminvergabe.

Gilt eine Überweisung nur für einen bestimmten Facharzt?

Das kommt auf die Überweisung an. Eine offene Überweisung zum "Fachgebiet Orthopädie" können Sie bei jedem Orthopäden einlösen. Eine namentliche Überweisung an "Dr. Müller, Orthopädische Praxis" gilt nur dort. Fragen Sie Ihren Hausarzt, ob er eine offene Überweisung ausstellen kann — das gibt Ihnen mehr Flexibilität bei der Arztsuche, etwa wenn ein Orthopäde in Berlin keine Termine hat, aber einer in Potsdam schon.

Brauche ich für eine Videosprechstunde beim Facharzt auch eine Überweisung?

Ja, die gleichen Regeln gelten. Ob Sie persönlich in die Praxis kommen oder per Video zugeschaltet werden — die Frage der Überweisung richtet sich nach dem Fachgebiet und der Praxispolitik, nicht nach der Konsultationsform. Auch für telemedizinische Leistungen kann der Hausarzt eine reguläre Überweisung ausstellen. Das geht mittlerweile sogar digital über die elektronische Patientenakte.

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